
# 15: Depression- Impressionen

der Seelenfleck, der nicht verschwinden will







#8 Zwiespalt

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Meine lieben Leserinnen und die Anderen alle. Ich muss mein Podcast hier leider streichen. Es ist sehr aufwändig es bei WordPress hoch zu laden. Ständig ist etwas zu groß, zu klein zu blöd zu bunt zu ich. darum bitte ich euch mein Podcast bei Apple Podcast, rtl+ oder Podcast.de zu hören. Kostenlos versteht sich. Ich würde mich so freuen wenn ihr mir treu bleibt. Danke
Kirche

Wie die Jungfrau zum Kind

#4 mein Nichtbuch



Wenn ich zu meiner Therapeutin gehe, ist das wie das öffnen der Wundertüte. Einmal ist es ok, und ein anderes Mal kommt zum Vorschein was ich gar nicht mag. So auch gestern.
Nichts ahnend und natürlich mit mir hadernd ob ich überhaupt hingehen möchte, saß ich nun da. Ich habe ihr auch wirklich meine Gedanken und schwankende Gemütslage mitgeteilt. Freude darüber sieht wohl anders aus. also sowohl bei mir als auch bei ihr. Ich hasse es einfach, nicht gleichbleibend glücklich, motiviert oder neutral zu sein. Aber DAS ist vermutlich ein völlig normales Verhalten. Ich empfinde es wohl nur extremer als ihr/du.
Es wurde wohl etwas aufgebauscht was evtl gar nicht so dramatisch ist?! Naja, ich war es los und sie ist ja die Fachfrau. Nun, zu der Option der altüblichen „Happypillen“, sie könnten helfen, kam wieder dieses komische Thema Sexualität auf. Und Jo, damit hat sie mich ja mal richtig überrascht, überrannt, genötigt, verzweifelt und zum Denken angeregt. Gleich vorab, mein Mann hatte folgende Reaktionen darauf parat: schallendes Lachen ,(für mich völlig unverständlich) Hinterfragen der Sinnhaftigkeit und Erläuterungen was in den letzten 20 Jahren doch gar nicht so war. Bei mir ist das anders in der Erinnerung. Nicht unbedingt schlechter oder besser. Einfach Anders. Und mir haben meine Exkursionen Spaß gemacht, ich habe viel gelernt über Menschen, mich und dem Drumherum. Über die Libido von euch, meine ist ja irgendwie abhanden gekommen, und der Weg dorthin. Aber ich habe auch verstanden warum ich das alles nicht mehr möchte. Ich habe keine Kraft und Motivation mehr enttäuscht zu werden. Von meinem Körper und meiner Vorstellung von Spaß am Sex. Den gibt es nämlich faktisch nicht. Und ja, ich habe mit meinem Mann eine Art Sexleben geführt. Aber das war viel mehr. Und DAVON spricht mein Sergeant ja nicht. Das Ausmaß kennt die auch nicht. Sie redet von den zweisamigen Bedürfnissen. Ob ich die nicht vermisse. Und ob! Mehr und oft. Aber meine erste Reaktion darauf: ich habe kein Vertrauen in meinen Körper. Er wird es mir nicht schön machen. Und hinzu kommt ja auch das es bis zu meinem vollendeten Spaß am Sex kommt, einen Marathon an Vorbereitungen, Verhaltenscodex, und Abhandlungen kommen muss. Denn mein Mann sollte ja möglichst teilhaben. Und Zack, da ist mein Hirn nicht mehr bereit mitzumachen. Sofort streicht mein Kopf den Gedanken daran, das es mit Freude oder gar Lust verknüpft ist. Und natürlich kommt dann die allgemeine Frage auf, warum ich so kopflastig an die Sache herangehe. Fragen sie doch bitte dieses meinen Kopf.
Mein Sergeant weiß natürlich woher es rührt – ich habe eine Geschichte und diese hat dazu beigetragen das mir diese Zweisamkeiten eben nicht als natürliches Lust in Erinnerung sind. Mein Körper sagt meinem Geist dazu einfach: hey, Gefühle bitte jetzt auf „Brötchen kaufen Modus“ stellen. und ehrlich liebe Leserin, ist Brötchen holen nackt mit einem Partner und sehr hohen Erwartungen Lustvoll? Eher belustigend. Darum wohl auch das schallende Lachen meines Mannes.
Mein Sergeant hat folgendes Angeboten:
Machen sie bitte eine Sexualtherapie. Es wird ihnen helfen den neuen Sex von ihrem heute, neu zu akzeptieren. Ihren Körper wieder mit dem Geist in Einklang zu bringen.
Nein.
Sie hat gesagt ich soll lernen nein zu sagen. DAS war die Antwort auf meine Sorgen gestern – vorgeschlagen von meinem Mann!
I‘m Fine. Und bald vermutlich auch wieder so richtig vögelnd 😂
Welchen Ort auf der Welt möchtest du niemals besuchen? Warum?
Ich müsste mir den möglichen Ort meiner Abneigung einmal anschauen, um es beurteilen zu können. 😉
Lehne niemals etwas pauschal ab, was du nicht mit Sicherheit ausschließen kannst.
Wie oft sagst du „nein“ zu Dingen, die deinen Zielen im Weg stehen würden?
Leider viel zu selten. Dennoch arbeite ich bewusst daran.
Es gibt Lebensphasen da habe ich viele Gedanken an das Leben wie es war, wie es geworden ist und was ich noch draus machen kann. Aber dazu gehört auch sehr oft, was haben anderen Begegnungen mit mir und aus mir gemacht.
Mein Hobby z. B. Es war so eine prägende Zeit als Tanzmariechen. Ich hatte schon sehr früh Erfolg durch Leistung. Und die Anerkennung war schön. Ich schrieb es bereits ausführlich in einen meiner Beiträge der Vergangenheit. Aber, ist das gut für so ein junges Mädchen? Ich war keine 10 Jahre alt. Also glaube ich. Und dann diese alten Menschen um uns herum. Das ist ein Sport, der besteht aus Sarkasmus (die Bütt), Alterswehmut und Alkohol. Da ist er wieder. Ich habe gehört, schon vor einigen Jahren, das einer der Präsidentschaften es mit den kleinen Jungs gern hatte. Ich könnte kotzen. Aber auch frage ich mich, wie konnte das denn nicht auffallen? Diese Präsidentschaft hat es nur bis in den Bau geschafft in seiner Herrschaft. Nicht aber wegen der Übergriffe. Die haben NUR Bewährung gebracht. Ich denke oft an die Jungs, die es erleben mussten. Dabei kenne ich sie nicht. Und ich denke daran ob Karma zu viel zu tun hat und diese Täter vergisst oder übersieht? Und dann wir Mädchen! Auch da suche ich in meinen Schubladen. Aber ich weiß ich werde, zum Glück, auch nichts finden. Denn ansonsten wüsste ich auch von dem Rest drumherum nichts mehr. So funktioniert das mit meinem Schubladensystem nämlich. Geht eine auf, scheint das Licht so hell, das nichts anderes mehr sichtbar wird. Aber bitte, denke nicht das es ein schönes Licht der Erleichterung ist. Es ist eher das Licht eines schädlichen Atompilz.
Zurück zum Sport.
Dann kam das richtige Tanzen. Und da habe ich gelebt. Die Pubertät mit genau diesem Sport überstanden. Und wenn ich daran denke, fallen mir wirklich kleine Dinge ein. Wie z. B. was ich gern für Süßes nach dem Training gegessen habe. Das wir damals die ersten Vilsa Zitrone aus der Flasche hatten. Das war der Knaller und ich kann mich genau an den Geschmack erinnern. Die Busfahrten hin zum Zraining, und auch der Bringservice meines Erzeugers, wenn wir zu spät dran waren. Viel mehr ist da aber eben nicht. Und das finde ich letztlich schade. Schade um meiner womöglich weiteren schönen Erlebnisse oder Gefühle. Die ja offensichtlich auch da waren.
Aber nun warte ich immer öfter auf ein Zeichen. Ein Zeichen aus dem Universum oder woher auch sonst. Das die Menschen die böse und unverdient anwesend waren in meinem Leben, das Karma küssen. Egal wie. Aber leider passiert nichts. Oder ich erfahre es nicht. Diese Frage stelle ich mir. Wie wird es meiner Gefühlswelt damit gehen wenn mein Erzeuger geht. Für immer. Wird es Schubladen öffnen, werde ich Dinge bereuen, nicht getan zu haben, werde ich Erleichterung spüren. Wann wird das sein?
Und ab und an merke ich wie mir eine echte Vaterfigur im Leben gefehlt hat. Oder fehlt. Ich werde älter und reflektierter wie mir scheint.
I‘m Fine.
Ich behaupte in meinem letzten Beitrag ein Deja-vu zu erleben. Dabei ist ein Deja-vu ja etwas was mich erinnern lässt – zwar vorgegaukelt aber immerhin. Ich bin verzückt. Ich habe Erinnerungen die mir keine Angst machen, wenn sie da sind.
Welche Sache würdest du gerne täglich häufiger tun?
Frei von Sorgen sein. Sorgen die nicht vorhanden sind auch nicht suchen.
Als Déjà-vu [deʒaˈvy] (französisch déjà vu ‚schon gesehen‘) wird eine Erinnerungstäuschung bezeichnet, bei der eine Person glaubt, ein gegenwärtiges Ereignis früher schon einmal erlebt zu haben.[1][2] Dabei scheint – trotz eines starken Erinnerungsgefühls – Zeit, Ort und Kontext der „früheren“ Erfahrung ungewiss oder unmöglich.[3][4]
Im Französischen wird dieses psychische Phänomen u. a. in folgende Formen aufgeteilt: Déjà-entendu [deʒaɑ̃tɑ̃ˈdy] bzw. Déjà-écouté (‚schon gehört‘) oder Déjà-vécu[5] [deʒaveˈky] (‚schon erlebt‘), Déjà rêvé (‚schon geträumt‘ (bzw. vorgestellt)).[6][7] Quelle:Wikipedia
Gestern Heute Morgen IMMER!?
Mein „Termin“ beim Sergeant gestern war wie nie, wie immer, wie jemals. Es ist wirklich so oft identisch. Ich mache mir Gedanken über das was wie lange und warum. Und letztlich regelt sie das schon. Ich sage ihr wie meine Gemütslage ist und die filtert ganz neben bei heraus wie „gut“ es mir letztlich geht. So ist zumindest meine Vermutung. Und ich habe festgestellt das mich bei Verdunklung im Oberstübchen eines umtreibt:
Die Grundsatzfrage des Seins!
Ich hinterfrage alles. Ich wäge ab und ich sichere was ich habe. Ich sage mir sehr deutlich was ich halten möchte und was mich belastet. Ist das wohl eine Art Selbstreinigung oder doch eher Selbsgeiselung? Und was ich auch feststelle. Es bringt mich nicht vorwärts. Weil es ein Deja-vu ist. Etwas bereits erlebtes und mit richtig auf die Nerven gehendes. Sobald ich die Lösung für das Ende dieser Geschichte habe, werde ich es dir mitteilen liebe Lerserin.
Nun zu den wichtigen Dingen
Ich habe Urlaub. Also so ein bisschen. Wie immer. So richtig ist es nie Urlaub. Warum denn? Ich grenze mich nicht ab, ich möchte alles mitbekommen oder niemanden vernachlässigen. Ach wie dumm das ist. Und darum werde ich diese eine Woche einfach niemandem antworten der nicht in meinem Privatleben lebt. Keine Geschäftlichkeiten, keine Seelsorge über unverheiltes, keine Fragen zu Bildern die gefallen könnten und keine Fragen zu irgendwas. Macht euren Scheiß einfach mal alleine. Und heute fange ich fast damit an. Ein Geburtstag ist heute. Nicht meiner, Gott sei Dank dauert der noch. Nein, mein Mann, mein Freund und meine Seeelenhälfte hat Geburtstag. so in etwa hat er mich auch bezeichnet vor ein paar Tagen oder Stunden. Das gefiel mir ganz hervorragend. Und um so trauriger ist es, das er ein Jahr älter wird. Wir werden beide älter und gefühlt läuft die Zeit gegen uns. Aber heute nicht, heute ist es erst einmal schön. Auch wenn wir uns nicht viel sehen – ich habe ja nur ein bisschen Urlaub.
Früher war mein witzig gemeinter Spruch immer: ich habe mir einen alten Mann gesucht, damit ich noch mal neu starten kann wenn es zu Ende ist. Wie krass es doch ist. Und ja, so ist es wohl gewesen in meinem Kopf. Und heute, heute macht es mir viel zu viel Angst. Allein sein! Das will ich immer und nie. Ich bin Zwilling, zwar in den letzten Zügen der Phase des Monats, oder den ersten. Ich habe keine Ahnung. Aber was ich weiß, ich bin ambivalent.
Lassen wir den Tag beginnen – und auf wenig Dramen innen und außen stoßen. I‘m Fine !
Ich sitze in meinem Auto und habe 20 Minuten Zeit. Zeit die es zu überbrücken gilt. Und meine Motivation ist gleich null. Ich habe eigentlich zu gar nie nichts Lust. Und selbst dazu nicht. Was habe ich denn gleich mit meinem Sergeant zu besprechen? Da ist einfach nichts in meinem Kopf. Und ich bin wirklich müde heute. Die ganze Woche verwechsle ich Wochentage und Termine. Ein Grund mehr, keine Termine zu machen. Einen wichtigen Termin habe ich allerdings in diesem Jahr noch. Meinen Geburtstag. Und ich bin in einer sehr lustigen Stimmung auf die dolle Idee gekommen, ich mache eine Party. Und irgendwie bereue ich es jetzt schon. Auch dazu habe ich keine Lust. Ich mache mir solche Gedanken ob es gut wird, ob sich keine langweilen wird, ob ich eine gute Gastgeberin sein werde und ob das Essen schmeckt. Und die Kosten! Es wird einfach exorbitant teuer. Was könnte ich mit dem Geld alles machen. Zu spät. Ich hatte noch nie Interesse an meinem Geburtstag. Für mich ein lästiges nett sein und lächeln. Enttäuschungen weglecken und artig bedanken. Nun ja, die Menschen sind geladen, der Saal gemietet und die Musik wie Essen bestellt. Ob es auffallen würde wenn ich nicht käme? Immerhin hätten die Gäste ja alles was es braucht. Noch etwa 15 Minuten. Ob sich ein powernap noch lohnt?!
Ich bin noch da und habe auch irgendwie ein schlechte Gewissen mir selbst gegenüber. Ich vernachlässige doch tatsächlich meine Prinzipien – ist ab und an gar nicht so schlecht. Meine Gedanken kreisen oft – leider auch nicht immer in so schöne Richtungen. Diese Sache mit den „Stimmungsschwankungen“ oder Verdunklungsrollos im Gehirn sind wirklich so eine Sache. Ich weiß ja das es Arbeit ist. Arbeit sich nicht darin zu verlieren, Arbeit sich auf das Gute zu fokussieren, Arbeit das Leben dabei nicht zu vergessen und natürlich auch Arbeit, sich selbst mit seinen eigenen Verpflichtungen nicht aus den Augen zu verlieren. Ich bin nun schon so viele Jahre damit beschäftigt, damit NICHT beschäftigt zu sein.
Ich habe Neues ausprobiert. Tatsächlich traue ich mich mittlerweile einiges, was ich mir viele Jahre einfach nicht mehr erlaubt habe. Ich trinke gern mal ein Gläschen mit Freunden und Familie. Und hey, mein Gehirn schreit so laut! (Von meinem Umfeld, welches mich so gar nicht kennt, will ich gar nicht erst anfangen). Es schreit in etwa sowas: Lass es, in deiner Vergangenheit hat es dir nie Gutes beschert. Alkohol benebelt, lässt dich die Kontrolle verlieren. Ja, Alkohol ist ein großer Trigger für mich. Er wirft mich indirekt immer wieder in Zeiten zurück, die ich nicht kenne, nicht kennenlernen will und kann. Aber er ist auch etwas was zu einer Gesellschaft gehört. Wie dumm das doch ist. Und tatsächlich gibt es eine Schublade in meinem Oberstübchensekretär , die so etwas wie Suchtpotential enthält. Ich kann es gar nicht beschreiben. Mein Unterbewusstsein weiß – oder meint zu wissen – das ich gefährdet bin. Menschen mit extremen Erfahrungen leben gern selber in Extremen. Das ist mir bewusst und habe ich in meiner Vergangenheit nicht nur einmal ausprobiert. Eine der Gründe warum ich von Drogen ganz flott die Finger gelassen habe. Und weil der Scheiß noch mehr Kontrolle nimmt als irgendetwas anderes überhaupt! Ich möchte ab und an auch „vergessen“ das ich das Vergessen in Person bin. Ach das ist also eines meiner neuen alten Grenzerfahrungen. Und wirklich, ich könnte sofort Alkoholiker werden, ich habe vor nichts dergleichen Angst. Man könnte meinen mir ist es gerade scheiss egal. Und doch, ich habe da eigentlich sehr große Angst vor gehabt, und es darum immer schön gelassen.
Ich Kenne Meine Grenzen, Ich Überschreite Sie Oft Genug.
ein Magnet an meiner Magnetwand
Ich erfinde mich aber auch gerne neu. Oder finde zu alten Gewohnheiten zurück. Neu ist z.B. das ich allein nächtige. Das ist mir sehr schwer gefallen. Eigentlich habe ich Angst alleine in Schlafzimmern. Und genau genommen schlafe ich lieber allein als mit Fremden oder Freunden in einem Zimmer. Das ist so ein Ding. Wohl auf einen meiner Kindheitstraumata zurück zu führen. Ich versuche es mal zu erklären. Ich kann nur in ein zuverlässigen Tiefschlaf fallen, wenn ich mich sicher fühle. Kein Licht mich stört, keine ungewohnten Geräusche und Bewegungen. Geht vermutlich jedem Menschen so und ich steigere mich dort nur hinein. Wenn wiederum jemand neben mir liegt, den ich zwar kenne, aber nicht mein Lebenspartner ist – und den habe ich ja schon Jahrtausende und somit ist das lange nicht mehr vorgekommen, bin ich bei einer Aufmerksamkeitsspanne von 300! Zurück zu dem alleine schlafen. Mein Mann hat komische Gewohnheiten und Geräusche die mich mittlerweile sehr in meinem Schlaf erschrecken. Der Husten (er raucht und es ist vermutlich ein Raucherhusten) lässt mich richtig hochschrecken und ich bekomme Herzrasen davon. Es ist traurig auf der einen Seite, aber auch schädlich für meine Gesundheit wenn ich nicht durchschlafen kann. Und dann gibt es auch so rein körperliche Aspekte die mich stören. Ich werde immer empfindlicher was Gerüche angeht. Und mein Mann ist das nicht so – also empfindlich. Er trägt sein Tagesshirt auch nachts. Ich erinnere, er ist Raucher. Sagt ja schon alles für mich. Solange dies so ist, scheint es ihm nicht so wichtig zu sein neben mir zu liegen. Das hat mich verletzt. Aber aktuell ist es wohl eine gute Sache. Ich lese immer wieder das ein getrennter Schlafraum eigentlich viel besser für jeden ist. Ach naja, und es erfrischt doch auch irgendwie die Partnerschaft. Ich erinnere kurz, wir sind nicht körperlich.
Frau P, wie ist das mit ihrem Mann und ihnen? Wie? Wie soll das denn sein? Naja, haben sie keine Bedürfnisse? Nein. Fragendes Gesicht schaut mich an. Was soll ich ihr denn sagen? Das ich alles erlebt habe in meinem Leben. Das ich jeden Blödsinn gemacht habe. Das mein Körper überhaupt kein Verlangen nach Anfassen oder Zärtlichkeiten hat? Okay, das habe ich ihr sanft erzählt. Ich bin mir sicher das sie wirklich jeden Scheiss schon gehört hat in ihrer Praxis. Aber ich möchte nicht so zu den krassen gehören. Das stimmt nämlich so gar nicht. Ha, und da geht es mir fast so wie mit dem Alkohol. Ich bin so oft enttäuscht worden im Leben. Mein Körper oder das Gefühl da drin, was für das Gefühl für da draußen zuständig ist, ist ganz fest verschlossen in einer Schublade. Da gibt es weder einen Knauf, ein Schloss noch irgendetwas was sich öffnen ließe. Ich möchte es immer mal wieder probieren, aber dann kommt eine Mauer (wer will schon eine Mauer bauen) die sich wie ein Stahlkäfig um mich legt und alles unnahbar erscheinen lässt. Es ist für mich keinerlei Empfinden oder Wärme spürbar. Mein ganzer Körper geht auf FUNKTION. Abläufe. Ich weiß was zu tun ist, aber ich tue es nicht aus mir heraus. Und weißt du was liebe Leserin, das tut mir selber ja am allermeisten weh. Ich möchte nicht egoistisch sein. Ich möchte auch niemanden verletzen mit falschen Gefühlen oder Theaterspiel. Wäre das nicht äußerst unfair? Genau. Und da wäre ich dann wieder bei dem Leben was mich anstrengt. Ich muss dann anderen Menschen gerecht werden, obwohl ich weiß das ich mir damit niemals gerecht werde. Wie oft habe ich es versucht. Mit fremden Männern und Frauen. Mit Dicken und Dünnen, mit Betrunkenen, mit Dominanten, mit Devoten, mit Dummen (das war eine Qual), und letztlich mit meinem Mann. Alles hat mich nicht glücklich gemacht. Einiges hat mich kurzzeitig glauben lassen das es das Glück sehr nahe kommen lässt. Aber rein weg gar nichts hat mir dauerhaft das Gefühl gegeben meinem Körper zu gehören oder die Kontrolle wieder zu erlangen. Eines ist für mich denkbar und niemals weg – die Dominanz und das Machtgefühl. Herrin der Lage, des Lebens und dem Körper mir gegenüber zu sein. Aber auch das strengt sehr an. Ich bin einfach müde. Ich bin viel zu oft müde. Und nun frage ich dich, wie soll ich das denn meiner Therapeutin erklären. Und was sollte denn daran irgendetwas ändern? Also Haben wir das Thema in der Sitzung damit beendet das ich eben keine Bedürfnisse habe.
Ich erinnere kurz – ich hasse es umarmt zu werden oder das mich Menschen in ihre Zone ziehen wollen. Aber wie zur Hölle sagt man es Menschen, die man nicht kennt oder nicht so kennt wie sie mich kennen müssten um zu verstehen. Ihr normalen Menschen habt es echt gut. Ihr mögt so ein Gefummel.
Ich mache es kurz. Ich fühle keine Auffälligkeiten und es gibt keinen Arzt der etwas sieht. Es ist also alles tiptop. Mein neuer, ganz toller und empathischer Frauenarzt ist völlig unverhofft gestorben. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre. Nun findet Frau ja nicht mal eben einen Neuen. Ich hatte Glück, es gibt noch eine die sich erbarm mich aufzunehmen. Und auch hier habe ich einfach beschlossen gehabt, brauche ich nicht. Lass laufen, was ich nicht weis, macht mich auch nicht krank. Die Gleichgültigkeit ist so wunderschön zu Weilen. Es ist eben nicht immer nur die Lebensmüdigkeit. Ab und an ist es auch einfach nur die Faulheit sich neu zu erfinden.
I´m fine!
Nenne ein Wort, das dich beschreibt.
AndersNormal
Macht dir deine Arbeit Spaß?
Ich würde mich in jedem Fall klüger aufstellen im nächsten Leben. Aber grundsätzlich wäre die Art der Arbeit identisch oder ähnlich gelagert.
Was ist dein Traumjob?
Wenn ich denn wüsste was ein Traumjob so kann.
Vermutlich habe ich eine Mischung aus Traum – und Notwendigkeitsjob. Ich liebe sie beide, und darum könnte ich mir keinen davon autark vorstellen. Und wie wäre es wohl mit einem Job, täglich die gleichen Abläufe? Das kann ich mir nicht vorstellen. Aber vermutlich nur, weil ich eben den Traumjob nicht habe.
Wenn du eine Autobahn-Werbetafel hättest, was würde darauf stehen?
Nun, das muss gut überlegt sein.
Aber sehr spontan würde ich zu diesem Zeitpunkt drauf stehen haben wollen: lebe als gäb‘s kein Morgen mehr.
Und auf der Folgetafel: ich habe es nicht getan.
Die Kurzfassung ist ja hinlänglich gekürzt bekannt – sie Eintrag vor ein paar Tagen. Ich stehe also seit 2022 im Mai wieder regelmäßig bei meinem Sergeant vor der Tür. Sie lässt mich auch rein, weil wir uns irgendwie mögen. Also ich mag sie, auch wenn ich den Grund ihres dort hin gehen zu müssen mögen, nicht mag. Nach meiner ganzen „ ich versuche mich neu zu finden“ Strategie bin ich übergegangen in die „leckt mich doch am Arsch“ Strategie. Und eigentlich meine ich mich selber damit. Mein ICH kann mich mal. Ich bin mir selbst müde geworden. Ich kann mich nicht mehr leiden, ich mag so vieles nicht mehr. Ich fühle mich allein gelassen, unverstanden und von mir selbst betrogen. Mein Leben wird mir mal wieder viel zu anstrengend. Und die Tatsache das ich genau das einfach immer aufs Neue wegatmen muss, ist so ätzend. Ich schwöre es, ich habe jetzt 1,5 Jahre folgendes versucht:
1. annehmen
Nimm an was du nicht ändern kannst. Ja, das habe ich. Darin war ich glaube ganz gut. Ich habe die Felsen umschifft oder bin drüber gekrakzelt. War nicht so schlimm. So dachte ich.
2. Akzeptanz und Toleranz
Auch das habe ich gelebt. Wobei das schon schwieriger war. Denn dazu gehörte für mich auch die Toleranz mich einfach anzunehmen. Und das fürchterliche daran waren diese bröckelnden Fassadentränen. Ich mag nicht weinen! Und ich mochte es nie, weil es mir nur zeigte das etwas nicht ok ist. Und ich möchte einfach ok sein. Denn ok sein ist unauffällig sein. Sag du mir, würdest du einer weinenden Person auf der Straße, im Supermarkt, auf dem Kindergeburtstag, auf der Arbeit nicht auch komisch nachschauen? Ich habe mich selbst verstört angeglotzt. Und dann muss ich das akzeptieren. Aber wie, wenn du doch weißt das dies nur der Türöffner zur dunklen Seite ist. Mein Luzifer hat da Mechanismen eingebaut. Und wenn ich schon Angst habe, Angst zu bekommen … Akzeptanz am Arsch!
3. Wege finden
Wie leid bin ich es Wege zu finden. Wege wofür? Aber ich habe nicht aufgegeben. Ich habe versucht einen Schritt nach dem Anderen zu machen. Meine Annahme zu verinnerlichen, es zu akzeptieren und einen Weg zu finden diese Gefühlsachterbahn gesteuert zu nehmen. Das hat so gar nicht funktioniert. Ich hatte mit Scham und Selbsthass zu kämpfen. Und hey, da kam die Erleuchtung. Mach diese verdammte Tür zu. Wirf den Schlüssel weg und Sitz es aus. Ich sitze noch. Mal heulend, mal verwirrt und mal neben mir , denkend. Ich suche noch die Tür, die mir gebracht wird. Denn ich will gehen. Gehen zurück in mein fast altes ICH. Es war bestimmt nicht geil, Aber sicherer. Da kannte ich die Regeln und die Wege dort zu bleiben.
Tag heute Stand heute
Ich bin nach wie vor in der Sabbeltherapie. Und ich habe gemerkt das es mal irgendwie vorwärts gehen muss. Aber so richtig klappt das nicht. Mein Sergeant ist Roheiig unterwegs. Sie vermutet das die goldene Schublade zuckt und von innen rüttelt. Sie fragt mich in der vorletzten Sitzung ob wir da mal genauer dran arbeiten müssen. An dem Trauma von damals, früher und das warum. Müssen wir das? Wovor habe ich wohl mehr Angst?! Die vorletzte Sitzung- genau. In der letzten Sitzung hatte ich Anderes zu besprechen. Ein Trigger der eigentlich alles von allein erwachen lässt. Eine VG unter k.o. Tropfen. Nicht an mir. An meine Tochter.
Wie geh ich damit um? Ein so schweres Thema. Es benebelt mich. Es lässt mich sofort auf Autopilot umschalten. Tausend Bilder kommen in Sekunden hoch und bin sofort bereit sie mit Terfarbe zu übertünchen. Leider klebt es überall und es stinkt. Dieses ganze Thema klebt an mir wie Dreck und Elend. Ich benehme mich also gar nicht. Ich kümmere mich nicht, ich verstecke mich vor meiner Mutterverantwortung, hinter tausend Ausreden und hinter meiner großen Angst. Angst vor mir, vor der Wahrheit und der Enttäuschung. Wer fängt mich auf wenn die Schubladen tanzen?! Und wie? Und die Wahrheit ist am Ende unerheblich. Als Frau bist du gefälligst in der Lage es durchzustehen. Es auszuhalten und weiter zu machen. Es gibt weder Heilung noch Befriedigung. Lebe damit. Erfülle deine Pflicht aber lebe damit. Und nun sag du mir liebe LeserIn, war es nicht der Wind vor 1,5 Jahren der jetzt zum Sturm wurde. Und ich werde keinen Sturm mehr trotzen. Ich drehe mich um und werde gehen. Man bringe mir die
TÜR!